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Steuern Kantone Schweiz Vergleich: Welche Kantone die tiefsten Steuern haben

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Steuern & Mehrwertsteuer
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Steuern Kantone Schweiz

Die Schweiz gilt als Tiefsteuerland – doch ein Blick ins Detail zeigt: Zwischen den 26 Kantonen liegen Welten. Ob als Privatperson mit hohem Einkommen, als Unternehmer oder bei der Planung einer Erbschaft – Wohnort und Firmensitz können mehrere Tausend Franken pro Jahr ausmachen.

Dieser Artikel verschafft Ihnen einen klaren Überblick über den Steuervergleich der Schweizer Kantone – mit aktuellen Zahlen zu Einkommens-, Gewinn- und Erbschaftssteuern.

Das Schweizer Steuersystem: Drei Ebenen, ein grosser Unterschied

In der Schweiz werden Steuern auf drei Ebenen erhoben: Bund, Kanton und Gemeinde. Die Bundessteuer ist für alle gleich – der maximale Steuersatz liegt bei 11,5 % auf das steuerbare Einkommen.

Entscheidend für die gesamte Steuerlast sind jedoch die Kantons- und Gemeindesteuern. Sie unterscheiden sich je nach Wohn- oder Firmenort teils deutlich.

Die Folge: Zwei Personen mit identischem Einkommen und gleicher Lebenssituation können – je nach Kanton – um Zehntausende Franken unterschiedlich besteuert werden – allein aufgrund ihrer Wohnadresse.

Einkommenssteuer Kantone Schweiz Vergleich

Die Einkommenssteuer ist für Privatpersonen die relevanteste Steuerart. Der Vergleich der Spitzensteuersätze in den Kantonshauptorten zeigt klare Gewinner und Verlierer.

Die steuergünstigsten Kantone für Privatpersonen

Im nationalen Vergleich stechen vor allem die Zentralschweizer Kantone heraus:

  • Schwyz zählt zu den steuergünstigsten Kantonen der Schweiz. In Gemeinden wie Freienbach liegt der Spitzensteuersatz bei rund 19,6 % – weniger als die Hälfte dessen, was in den teuersten Kantonen fällig wird.
  • Zug überzeugt mit einer Gesamtsteuerbelastung von rund 22,4 % in der Kantonshauptstadt – der tiefste Wert unter den Kantonshauptorten.
  • Obwalden folgt mit rund 24,3 % in Sarnen auf Rang zwei der steuergünstigsten Hauptorte.

Die teuersten Kantone für Privatpersonen

Wer in der Westschweiz oder in einem der grossen Kantone lebt, zahlt deutlich mehr:

  • Genf verlangt in manchen Gemeinden Spitzensteuersätze von bis zu 44,2 %.
  • Waadt liegt mit einem maximalen Einkommenssteuersatz von 41,5 % ebenfalls weit über dem Schweizer Durchschnitt.
  • Bern kommt auf einen Spitzensteuersatz von 40,85 % – trotz leichter Senkungen in den vergangenen Jahren.
  • Zürich gehört mit einem Spitzensteuersatz von rund 40 % ebenfalls zu den Hochsteuerkantonen.

Der durchschnittliche Spitzensteuersatz in den Kantonshauptorten lag 2025 bei 33,2 %. Die Bandbreite zwischen dem günstigsten und dem teuersten Kanton beträgt damit über 20 Prozentpunkte – ein gewaltiger Unterschied, der bei hohen Einkommen schnell Zehntausende von Franken pro Jahr ausmacht.

Gewinnsteuer Kantone Schweiz Vergleich

Auch die Wahl der richtigen Rechtsform beeinflusst die gesamte Steuersituation. Vor einer Firmengründung sollten Unternehmer die Unterschiede zwischen GmbH und AG genau vergleichen – insbesondere aus steuerlicher, haftungsrechtlicher und administrativer Sicht.

Die steuergünstigsten Kantone für Unternehmen

Kanton Hauptort Gewinnsteuer Total (% nach Steuern)
Zug Zug 13,48 %
Nidwalden Stans 13,61 %
Wallis Sion 13,88 %
Luzern Luzern 14,00 %
Glarus Glarus 14,28 %
Uri Altdorf 14,44 %
Appenzell I.Rh. Appenzell 14,49 %
Obwalden Sarnen 14,59 %

Die teuersten Kantone für Unternehmen

Am oberen Ende der Skala finden sich vor allem die grossen urbanen Kantone:

Kanton Hauptort Gewinnsteuer Total (% nach Steuern)
Zürich Zürich 24,62 %
Tessin Bellinzona 23,69 %
Bern Bern 22,45 %
Basel-Landschaft Liestal 19,46 %
Jura Delémont 19,22 %

Der Unterschied zwischen dem günstigsten (Zug, 13,48 %) und dem teuersten Kanton (Zürich, 24,62 %) beträgt über 11 Prozentpunkte. Bei einem Gewinn von CHF 100'000 entspricht das einer Mehrbelastung von rund CHF 11'000 pro Jahr – allein aufgrund des Firmenstandorts.

Erbschaftssteuer Kantone Schweiz Vergleich

Die Erbschaftssteuer wird in der Schweiz auf kantonaler Ebene geregelt – und die Unterschiede könnten grösser kaum sein. Direkte Nachkommen (Kinder) und Ehepartner sind in allen Kantonen von der Erbschaftssteuer befreit. Entscheidend wird der Vergleich zwischen den Kantonen vor allem dann, wenn Erbschaften an nicht verwandte Personen gehen.

Erbschaftssteuer für nicht verwandte Empfänger (CHF 100'000, 2026)

Kanton Hauptort Steuern Total Ø-Steuersatz
GenfGenèveCHF 49'89649,90 %
WaadtLausanneCHF 48'70848,71 %
NeuenburgNeuchâtelCHF 45'00045,00 %
FreiburgFribourgCHF 35'53035,53 %
JuraDelémontCHF 35'00035,00 %
GraubündenChurCHF 30'20532,31 %
LuzernLuzernCHF 30'00030,00 %
SolothurnSolothurnCHF 27'49527,49 %
ZürichZürichCHF 16'80016,80 %
BernBernCHF 14'08014,08 %
ZugZugCHF 10'80010,80 %
GlarusGlarusCHF 9'4509,45 %
SchwyzSchwyz0,00 %
ObwaldenSarnen0,00 %

Die Konsequenz ist eindeutig: In Genf werden bei einer Erbschaft von CHF 100'000 an eine nicht verwandte Person fast CHF 50'000 an Steuern fällig – in Schwyz oder Obwalden gar nichts. Wer grosse Vermögenswerte an nicht verwandte Personen weitergeben möchte, sollte diesen Faktor in der Nachlassplanung berücksichtigen.

Was wirklich zählt: Der Gesamtvergleich

Kein Kanton ist in allen Kategorien gleichzeitig der günstigste. Es lohnt sich, die eigene Situation ganzheitlich zu betrachten:

Für Privatpersonen mit hohem Einkommen bieten Schwyz, Zug und Nidwalden die tiefsten Einkommenssteuern.

Für Unternehmen (Kapitalgesellschaften) ist Zug nach wie vor der attraktivste Standort in der Schweiz – und zählt auch im internationalen Vergleich zu den günstigsten Unternehmensstandorten weltweit.

Für Nachlassplanung (Erbschaft an nicht verwandte Personen) sind Kantone wie Schwyz, Obwalden und Glarus klar im Vorteil.

Für Unternehmen mit Substanz in der Deutschschweiz können auch Nidwalden, Wallis oder Luzern interessante Alternativen sein, die Wirtschaftsnähe mit tiefen Steuersätzen verbinden.

Wichtig: Der steuerliche Wohnsitz oder Firmensitz ist an rechtliche und wirtschaftliche Voraussetzungen geknüpft. Ein Domizilwechsel in der Schweiz aus steuerlichen Gründen muss sorgfältig geplant und korrekt umgesetzt werden. Sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen sollten vor einem Umzug oder einer Sitzverlegung die rechtlichen, administrativen und steuerlichen Anforderungen genau prüfen.

Fazit: Steuern Kantone Schweiz – Vergleich lohnt sich

Die Schweiz bietet im internationalen Vergleich tiefe Steuern – doch die Unterschiede innerhalb des Landes sind deutlich grösser, als viele vermuten. Ob Einkommens-, Gewinn- oder Erbschaftssteuer: Wer seine Ausgangslage kennt und seine Optionen versteht, kann legal und nachhaltig Steuern sparen.

Die Wahl eines Kantons sollte jedoch nicht allein auf Basis des Steuervergleichs erfolgen. Faktoren wie Lebensqualität, Infrastruktur, die Nähe zu Kunden und Mitarbeitenden sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen sind genauso entscheidend.

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