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Bezugsteuer Schweiz: Was du als Unternehmen wissen musst

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Die Bezugsteuer in der Schweiz ist ein zentraler Bestandteil des Mehrwertsteuersystems. Sie betrifft vor allem Unternehmen, die Dienstleistungen oder bestimmte Lieferungen aus dem Ausland beziehen.

Wird sie falsch oder gar nicht deklariert, drohen Nachsteuern und Verzugszinsen. Wer das Prinzip versteht, bleibt compliant und vermeidet unnötige Risiken.

Was ist die Bezugsteuer in der Schweiz?

Die Bezugsteuer ist eine Form der Mehrwertsteuer, die anfällt, wenn dein Unternehmen Leistungen von einem ausländischen Anbieter bezieht, der in der Schweiz nicht mehrwertsteuerpflichtig ist.

In diesem Fall greift das sogenannte Reverse-Charge-Prinzip. Das bedeutet: Nicht der ausländische Anbieter erhebt die Steuer, sondern du als Leistungsempfänger musst sie selbst berechnen und in deiner MWST-Abrechnung deklarieren.

Typische Beispiele für bezugsteuerpflichtige Leistungen sind:

  • Online-Marketing-Leistungen aus dem Ausland
  • Beratungsleistungen internationaler Anbieter
  • Software-Abonnements oder Cloud-Services
  • Lizenzgebühren und andere digitale Dienstleistungen

Gerade bei digitalen Services wird die Bezugsteuer häufig übersehen.

Wann fällt die Bezugsteuer an?

Die Bezugsteuer fällt an, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Die Leistung wird von einem ausländischen Unternehmen erbracht.
  • Der Leistungsempfänger befindet sich in der Schweiz.
  • Der ausländische Anbieter ist nicht in der Schweiz mehrwertsteuerpflichtig.
  • Die Leistung wäre in der Schweiz grundsätzlich steuerbar.

Ist dein Unternehmen MWST-pflichtig, musst du die Bezugsteuer in deiner periodischen MWST-Abrechnung deklarieren.

Wie wird die Bezugsteuer berechnet und deklariert?

Die Bezugsteuer wird auf Basis des Rechnungsbetrags berechnet. Es gilt in der Regel der anwendbare Mehrwertsteuersatz, beispielsweise der Normalsatz.

Der berechnete Betrag wird:

  • als geschuldete Umsatzsteuer deklariert
  • gleichzeitig als Vorsteuer geltend gemacht, sofern du vorsteuerabzugsberechtigt bist

In vielen Fällen entsteht dadurch keine effektive Steuerbelastung. Die Deklarationspflicht bleibt jedoch bestehen.

Das heisst: Auch wenn netto keine Zahlung entsteht, musst du die Bezugsteuer korrekt erfassen und melden.

Häufige Fehler bei der Bezugsteuer Schweiz

In der Praxis treten immer wieder dieselben Fehler auf:

  • Auslandleistungen werden nicht erkannt, insbesondere bei SaaS-Tools oder Online-Plattformen
  • Die Bezugsteuer wird nicht oder verspätet deklariert
  • Es wird fälschlicherweise angenommen, dass nur Waren betroffen sind
  • Die Dokumentation für MWST-Prüfungen ist unvollständig

Diese Fehler entstehen meist durch fehlende Struktur in der Kreditoren- und Buchhaltungsorganisation.

Bezugsteuer korrekt umsetzen: Praktische Tipps

Damit du die Bezugsteuer sauber handhabst, solltest du:

  • Lieferanten klar nach Inland und Ausland klassifizieren
  • Digitale Dienstleistungen separat kennzeichnen
  • MWST-Konten für Bezugsteuer korrekt einrichten
  • Auslandrechnungen regelmässig prüfen
  • Prozesse in der Buchhaltung standardisieren oder automatisieren

Je strukturierter deine Buchhaltung, desto geringer das Risiko von Fehlern.

Fazit: Bezugsteuer verstehen heisst Risiken vermeiden

Die Bezugsteuer in der Schweiz betrifft viele Unternehmen, insbesondere im digitalen Umfeld. Auch wenn sie oft keine effektive Mehrbelastung auslöst, ist die korrekte Deklaration zwingend.

Wer seine Auslandleistungen kennt, sauber verbucht und regelmässig überprüft, bleibt auf der sicheren Seite und vermeidet unnötige Korrekturen oder Sanktionen.

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