GmbH gründen mit Sacheinlage: Was du in der Schweiz wissen musst

Wer in der Schweiz eine GmbH gründen möchte, muss das Stammkapital nicht zwingend in bar einzahlen. Unter bestimmten Voraussetzungen können auch Vermögenswerte wie Software, Maschinen, Fahrzeuge oder sogar Kryptowährungen als sogenannte Sacheinlagen eingebracht werden.
Genau hier passieren in der Praxis jedoch häufig Fehler. Falsche Bewertungen oder nicht übertragbare Vermögenswerte können schnell zu rechtlichen und finanziellen Risiken führen.
Was ist eine Sacheinlage?
Eine Sacheinlage bedeutet, dass das Stammkapital einer GmbH nicht in bar, sondern durch Vermögenswerte eingebracht wird.
Anstelle einer Bareinzahlung können Gründer beispielsweise Folgendes einbringen:
- Software
- Maschinen
- Fahrzeuge
- Immobilien
- Kryptowährungen
- Ausrüstung oder Inventar
Wichtig:
👉 Die Vermögenswerte müssen:
- existieren
- rechtlich auf die Gesellschaft übertragbar sein
- und korrekt bewertet werden
GmbH gründen mit Sacheinlage – wie funktioniert das?
Wenn du eine GmbH mit Sacheinlage gründen möchtest, müssen zusätzliche gesetzliche Anforderungen erfüllt werden.
Dazu gehören in der Regel:
- ein Sacheinlagevertrag
- eine transparente Bewertung
- Nachweise über das Eigentum
- und je nach Fall eine Prüfungsbestätigung
Die Vermögenswerte werden anschliessend auf das Stammkapital der GmbH angerechnet.
👉 Beispiel:
Anstelle einer Bareinzahlung von CHF 20’000 kann ein Gründer beispielsweise Folgendes einbringen:
- Software
- Computer
- oder Maschinen mit entsprechendem Gegenwert
Welche Vermögenswerte eignen sich als Sacheinlage?
Nicht jeder Vermögenswert eignet sich als Sacheinlage.
Häufig akzeptierte Vermögenswerte sind:
- Maschinen
- Fahrzeuge
- Software mit klar geregelten Eigentumsrechten
- Immobilien
- Kryptowährungen
- Inventar
Oft problematisch sind hingegen:
- persönliches Know-how
- Kundennetzwerke
- nicht dokumentierte Software
- Vermögenswerte ohne klaren Marktwert
👉 Die zentrale Frage lautet immer:
Kann der Vermögenswert rechtlich übertragen und objektiv bewertet werden?
Häufige Fehler bei einer GmbH-Gründung mit Sacheinlage
- Überbewertung von Vermögenswerten
Einer der häufigsten Fehler ist die zu hohe Bewertung von:
- Software
- Kryptowährungen
- oder Ausrüstung
Werden Vermögenswerte unrealistisch bewertet, kann dies zu Haftungsrisiken führen.
- Unklare Eigentumsrechte
Besonders bei Software oder digitalen Vermögenswerten ist oft unklar:
- wem der Vermögenswert tatsächlich gehört
- oder ob sämtliche Rechte korrekt dokumentiert sind
Fehlende Eigentumsnachweise können später grosse Probleme verursachen.
- Nicht übertragbare Vermögenswerte
Persönliches Fachwissen oder Geschäftsbeziehungen können rechtlich in der Regel nicht übertragen werden.
👉 Dadurch kann die Sacheinlage ungültig werden.
Was sagt Art. 753 OR zu Sacheinlagen?
Art. 753 OR regelt die Haftung im Zusammenhang mit Sacheinlagen und Sachübernahmen.
Das bedeutet:
👉 Gründer, Verwaltungsräte oder andere beteiligte Personen können persönlich haftbar gemacht werden, wenn:
- Vermögenswerte falsch bewertet werden
- falsche Angaben gemacht werden
- oder Vermögenswerte rechtlich nicht eingebracht werden können
Besondere Vorsicht ist notwendig bei:
- Software
- Kryptowährungen
- und schwer bewertbaren Vermögenswerten
AG mit Sacheinlage gründen: Wo liegt der Unterschied zur GmbH?
Auch bei der Gründung einer AG sind Sacheinlagen möglich.
Die Anforderungen sind ähnlich, die Struktur ist jedoch oft komplexer als bei einer GmbH.
Bei einer AG-Gründung mit Sacheinlage sind insbesondere wichtig:
- eine korrekte Bewertung
- eine Prüfungsbestätigung
- eine saubere Dokumentation
- und klare Eigentumsnachweise
Vorteile einer GmbH-Gründung mit Sacheinlage
Sacheinlagen können sinnvoll sein, wenn:
- bereits wertvolle Vermögenswerte vorhanden sind
- Liquidität geschont werden soll
- oder bestehende Geschäftsvermögenswerte direkt in die Gesellschaft eingebracht werden sollen
Besonders für Start-ups und Tech-Unternehmen kann dies attraktiv sein.
Fazit
Eine GmbH gründen mit Sacheinlage kann eine sehr gute Lösung sein – vorausgesetzt, die Vermögenswerte werden sauber geprüft, bewertet und dokumentiert.
Wer von Anfang an eine klare Struktur schafft, vermeidet:
- rechtliche Risiken
- spätere Streitigkeiten
- und persönliche Haftung
